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Der Bundesminister für Gesundheit und Soziales pflegt neuerdings eine Gesundheitsbeziehung zu einer virtuellen Instanz. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen verrät uns Jens Spahn, was auf seinem Smartphone installiert ist. Mutmaßlich handelt es sich bei der Gesundheitsapp um Ada Health. Wörtlich sagt der Bundesgesundheitsminister1

Ich selbst habe eine App auf dem Handy, die mit 20 oder 30 Fragen Diagnosen genauer trifft als viele Ärzte, weil sie auf so viele Studien und Informationen zurückgreifen kann, wie es kein Arzt alleine kann.

Mit der App greift der Minister auf eine im Hintergrund arbeitende künstliche Intelligenz zurück, die so etwas ist wie eine hochentwickelte medizinische Wissensdatenbank, Diese künstliche Intelligenz deckt tausende von Symptomen und Bedingungen ab. Die Medizinische Bibliothek teilt patientenfreundliche medizinische Informationen, die erstellt wurden, um zu helfen, den Gesundheitszustand eines Menschen besser zu verstehen und zu verwalten2.

Mit Ada Health gehört das googeln von Symptomen der Vergangenheit an. Ada Health ersetzt nach eigenen Angaben nicht den Arzt. Das betont auch Jens Spahn. Die von ihm genutzte App ist kein Ersatz für die fachkundige Diagnose. Trotzdem kann Ada Health auch den Arzt selbst bei seiner Arbeit unterstützen.

In einer Hausarztpraxis konzentriert sich das medizinische Geschehen oft auf wenige, wiederkehrende Krankheitsbilder.. Dazwischen stecken die komplizierten Fälle, deren Symptomatik oft nicht gleich erkennbar sind oder auch aufgrund fehlender Komplikationen falsch oder unzureichend interpretiert werden. Oft hilft ein strukturierter Dialog zwischen Patient und Arzt, eine Krankheit frühzeitig zu erkennen. Eben dann, wenn Symptome vorliegen, die sich nicht erst verschlechtern müssten, damit sie richtig eingeschätzt werden. Hier kann Ada Health in der Gesundheitsbeziehung zwischen Patient und Arzt künftig eine wertvolle Ergänzung sein.

Künstliche Intelligenz verändert den Beruf des Arztes heute schon

Beim diesjährigen Hauptstadtkongress (2018) stand Dr. Martin Hirsch, einer der Macher von Ada dem Fachpublikum im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung Rede und Antwort.

Der Neuro-Wissenschaftler beschäftigt sich Seite 2010 als Vordenker und Gründer um Ada Health. Zum Wesen von Ada Health verrät Dr. Martin Hirsch, dass es eine künstliche Intelligenz ist, die dem Arzt, aber auch den Patienten entscheidende Tipps geben kann. Ähnlich einer ausführlichen Anamnese führt Ada Health eine Art Triagierung durch und kann Arzt und Patient dabei unterstützen, eine kohärente Erklärung für Symptomkonstellationen zu finden. Zur Anwendung kommen dabei Algorithmen, die ein synthetisches Urteil fällen. Ein Urteil, das derzeit natürlich einer menschlichen Bewertung unterzogen werden muss. Einem einzelnen Arzt und seinem Patienten zuzumuten mehr als 7.000 seltende Erkrankungen zu wissen, überfordert uns Menschen kognitiv. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz kann also die unmittelbare Versorgungsqualität auf ein neues Niveau gehoben werden, weil der Denkhorizont des Menschen erweitert wird. Mittlerweile wurde bereits 5 Millionen sogenannter Assessments durchgeführt. Evaluationen an Universitätskliniken bestätigen den Nutzen.

Quellen:

  1. Wais, R. (2018) Interview: Spahn will Pflegekräfte mit besseren Bedingungen zu Mehrarbeit motivieren – Politik – Aktuelle Politik-Nachrichten – Augsburger Allgemeine, Augsburger Allgemeine. Available at: https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Wie-Jens-Spahn-die-Pflege-verbessern-will-id52229651.html (Accessed: 22 September 2018).
  2. Manage Your Health with the Ada Health App, Available at: https://ada.com/app/ (Accessed: 22 September 2018).